Datengrundlagen für Kommunen · Wärme · Klimaanpassung · Fläche
Vom offenen Datensatz zur einsetzbaren Kartenebene.
Ob Wärmeplanung, Klimaanpassung oder Kompensationskontrolle: Kommunale Standortfragen treffen auf Datengrundlagen, die verteilt über Portale, Koordinatensysteme und Lizenzen liegen. GEOPHORA setzt sie zu importfähigen Ebenen zusammen — gerechnet, belegt, mit Aussagegrenze — und übersetzt Adressen und frei formulierte Fragen in Quartiere, Gemeinden und Geokoordinaten. Beispielregion Niedersachsen — die Methodik ist bundesweit übertragbar und trägt gerade dort, wo eine Kommune kein eigenes Portal hat.
Die Flächengrundlage liegt in offenen Quellen bereit — verteilt über ein Dutzend Portale, in fünf Koordinatensystemen, mit ebenso vielen Lizenzen. GEOPHORA setzt sie zusammen und liefert importfähige Ebenen, jede mit Quelle, Stand, Lizenz und Aussagegrenze. Die Wärmeplanung ist dabei einer von drei Anlässen; Klimaanpassung und Kompensationskontrolle stehen gleichberechtigt daneben.
Flächenbild — Potenzialanalyse nach § 16 WPG
§ 16 WPG verlangt die Potenzialanalyse „quantitativ und räumlich differenziert“. Versiegelung, Dachflächen, Gebäudehöhe, Baualter, Heizungsstruktur und Freiflächen — als importfähige Ebenen statt als Portalsuche.
Gerechnet für eine Mittelstadt in Nordwestdeutschland: 256.265 einzeln ausgewertete Dachflächen, davon 800,1 ha süd-orientiert oder flach. Auf 2 bis 3 % davon steht eine im Marktstammdatenregister gemeldete Anlage — das Restpotenzial liegt bei 774 bis 781 ha geometrischer Dachfläche, vor Abzug von Reihenabstand und Dachaufbauten. Für Freiflächen bleiben nach Schutzgebietsprüfung, Hangneigung und dem § 37-EEG-Korridor 151 Flächen mit 3.147 ha.
Die Grenze: Flächenkandidaten und Restriktionshinweise, keine Ertrags-, Bedarfs- oder Wirtschaftlichkeitsaussage. Die Bestandsanalyse nach § 15 WPG liefert dieses Paket ausdrücklich nicht — Anlage 1 WPG weist Wärmebedarf, Heizungsart und Baujahr den Versorgern, Schornsteinfegern und Registern zu.
Risikobasis — Klimarisikoanalyse nach § 12 KAnG
§ 12 KAnG verlangt eine räumlich konkrete Klimarisikoanalyse, ohne Methode oder Datenquelle vorzuschreiben. § 8 KAnG nennt Wärmeinseln ausdrücklich und verlangt in Absatz 3 das Hinwirken auf Entsiegelung.
Enthalten: Oberflächenwärme im Sommer als Abweichung vom Gebietsmedian, aus 25 Landsat-Szenen über sieben Sommer — mit Unsicherheitsebene. Wärmeinsel-Kandidaten, wo Wärme, Vegetationsarmut und Bebauungsdichte zusammenfallen (in der Beispielstadt 196,2 ha). Vegetationsverlauf aus einem wöchentlichen Sentinel-2-Monitor. Hitzetage-Trend 1951–2025: bundesweit +1,03 Tage je Jahrzehnt, im Median von 3 auf 11 Tage. Dazu der in der Beispielstadt gerechnete Zusammenhang zwischen Grün und Oberflächenwärme (je 10 Prozentpunkte mehr Vegetationsbedeckung 0,3 bis 0,5 K kühler, bei gleicher Versiegelung) und die Karte der kühlen Inseln mit den Wohnlagen, die in 300 m Luftlinie keinen im Satellitenbild kühlen Ort haben. Auf Anfrage: ein Suchraum für Straßenbäume, der Wohnlagen nach Einwohnern und Überwärmung reiht — als Reihenfolge für die Leitungsauskunft, kein Pflanzplan. Ausgearbeitet am Beispiel Oldenburg: Quartier zusammendenken.
Die Grenze: Keine Aussage zu Lufttemperatur oder Vulnerabilität, kein Ersatz für eine hydrodynamische Starkregensimulation. Und ein Vorbehalt, der nach vorn gehört: Die Unsicherheit der Oberflächenwärme liegt im Median bei 3,4 Kelvin — so groß wie die Signalspanne selbst. Belastbar ist das Muster über Flächen, nicht die einzelne Zelle. Deshalb liegt die Unsicherheitsebene bei. Der Grün-Zusammenhang ist ein Querschnitt über Hektarzellen, keine gemessene Wirkung einer einzelnen Pflanzung; Parks unter 1 bis 2 ha liegen unter der Nachweisgrenze der kühlen Inseln.
Flächenmonitoring — Kompensationskontrolle nach § 17 BNatSchG
§ 17 Abs. 6 und 7 BNatSchG machen das Kompensationsverzeichnis zu einer Kontrollpflicht mit Berichtsanforderung. Die Pflicht wiederholt sich — ebenso wie die Fortschreibung nach § 25 WPG alle fünf Jahre.
Wiederholte Beobachtung einer von Ihnen definierten Flächenliste. Gerechnet mit Theil-Sen-Steigung und Mann-Kendall-Test je Bildpunkt; dazu läuft ein Falsifikationstest mit, der prüft, ob die Karte Vegetation misst oder nur die Zahl der wolkenfreien Aufnahmen. Ein Vorher-Nachher aus Satellitenreihen trägt erst mit Maßnahmen- oder Baubeginndaten und mindestens drei Sommern nach der Maßnahme; für einzelne kleine Flächen bleibt die Unsicherheit größer als der erwartete Effekt.
Die Grenze: Das Paket zeigt Veränderung, nicht Zielerreichung. Ob eine Fläche ihren Zweck erfüllt, entscheidet die Fachbehörde. Flächen unter 0,1 Hektar sind nicht bewertbar.
Was allen drei Paketen beiliegt
Kartenpass je Produkt: Verfahren, Verfahrensversion, Codestand, Rechenzeitpunkt, verwendete Szenen, Datengüte.
Aussagegrenzen im Produkt, nicht im Kleingedruckten. Jede Ausgabe führt sie mit.
Kategorie „kein Urteil möglich“ mit Flächenanteil — wo die Daten nichts hergeben, steht das in der Legende statt einer bunten Fläche.
Datenschutz: Auftragsverarbeitung wird vor Beginn nach Art. 28 Abs. 3 DSGVO vertraglich geregelt; Zwischen- und Ergebnisdaten werden nach Abschluss zu einem vereinbarten Termin gelöscht; und es gilt die Regel, dass nie unter fünf Gebäuden ausgewiesen wird. In der Beispielstadt bleiben dadurch 1.808 von 5.938 Zellen unausgewiesen.
Die Kette ist offen einsehbar: Im Layer-Explorer liegen dieselben Auswertungen unter „Kommune · Wärme & Fläche“ — mit denselben Grenzen, an derselben Beispielstadt gerechnet.
Ein Angebot entsteht nach dem Gespräch, weil Gebietsgröße, Zahl der Ebenen und Turnus zu verschieden sind, als dass ein Listenpreis etwas Verlässliches sagen würde. Auch die Antwort „dafür brauchen Sie Ihre eigenen Daten“ ist ein mögliches Ergebnis des Gesprächs.
Anwendungsfall · Kommunale Wärmeplanung
Adress-Tool für die Wärmeplanung
Einer der drei Anlässe, vertieft. Das Werkzeug übersetzt eine Adresse oder eine frei formulierte Frage in Quartier, Gemeinde und Geokoordinate — die Grundlage jeder weiteren Einordnung. Eine Netzentscheidung nimmt es nicht vorweg.
geophora · adresse → raumbezug
Adresse · PLZ · Ort · Quartier
Lädt Kartenkacheln von OpenStreetMap (dabei wird Ihre IP-Adresse an OSM übermittelt).
Datenschutz: Die Adresssuche läuft über einen eigenen Server — Ihre IP-Adresse wird dabei nicht an OpenStreetMap übermittelt. Die Koordinaten werden zusätzlich in ETRS89 / UTM 32N (EPSG:25832) umgerechnet — das Bezugssystem des Energieatlas Niedersachsen. Die interaktive Karte laden Sie separat per Klick.
Der entscheidende Hebel
Ob sich ein Wärmenetz lohnt, entscheidet der Straßenabschnitt.
Die Wärmeplanung teilt das Gemeindegebiet in voraussichtliche Wärmeversorgungsgebiete. Die maßgebliche Kennzahl — die Wärmeliniendichte — wird je Straßenabschnitt gerechnet. Für Eigentümerinnen und Mieter hängt daran eine Entscheidung mit 15 bis 30 Jahren Wirkung.
Welche Abschnitte überhaupt in Frage kommen, zeigt die Potenzialanalyse nach § 16 WPG: Baualter, Heizungsstruktur, Bebauungsdichte und Dachflächen je 100-Meter-Zelle. Die Karte trifft die Entscheidung nicht — sie macht sie begründbar.
„Werde ich überhaupt an ein Wärmenetz angeschlossen — oder eher nicht?“
„Soll ich jetzt eine Wärmepumpe einbauen oder auf das Netz warten?“
„Bis wann habe ich Planungssicherheit für mein Gebäude?“
Bürger-Check: Wärmenetz oder eigenständig?
Eine grobe, unverbindliche Orientierung anhand typischer Kriterien der Wärmeplanung. Ersetzt keine Beratung.
Typische Fragen
Was die Wärmeplanung wirklich beantworten muss
Fünf typische Fragen aus der Fragenbibliothek
Eine Auswahl echter Planungsfragen aus der GEOPHORA-Fragenbibliothek (Vertikale „Kommunale Wärmeplanung“).
KWP Wo liegen die Wärmebedarfsschwerpunkte im Gemeindegebiet?
KWP Welche Flächen eignen sich für den Aufbau von Wärmenetzen?
KWP Welche erneuerbaren Wärmepotenziale sind vor Ort verfügbar (inkl. Geothermie)?
KWP Wo gibt es nutzbare industrielle Abwärmequellen im Untersuchungsgebiet?
KWP Wie hoch ist die Anschlussdichte für ein Wärmenetz in diesem Quartier?
Harmonisierung, Übertragbarkeit und die Rolle von GEOPHORA
Mit dem Wärmeplanungsgesetz (WPG) ist die Wärmewende bundesweit verankert; die Verantwortung liegt bei den Kommunen. Weil Methodik und Datenqualität heute stark variieren, sind Vergleichbarkeit, interkommunale Zusammenarbeit und Fortschreibung erschwert.
Die Grundlage ist längst gelegt.
Für die kommunale Wärmeplanung liegen belastbare, oft kostenfreie Datengrundlagen bereits vor. Die Hürde ist nicht das Fehlen von Daten, sondern das Zusammenführen: verschneiden, verständlich machen, gezielt ergänzen.
Beschlossene kommunale Wärmepläne
Nach dem Wärmeplanungsgesetz werden Wärmepläne beschlossen und veröffentlicht — inklusive Eignungs- und voraussichtlicher Wärmenetzgebiete. Ein öffentlich nutzbarer Rohstoff, den GEOPHORA in eine adressgenaue Einordnung übersetzt.
Standortbezogene Steckbriefe und Fachdaten zum tieferen und oberflächennahen Untergrund — die Grundlage, um oberflächennahe und tiefe Geothermie als Wärmequelle realistisch einzuordnen.
Heizungsart, Energieträger und Baujahr je 100-m-Gitter — ein Bild der heutigen Versorgungsstruktur als Grundlage für Szenarien. Offene Daten, kommerziell nutzbar (DL-DE-BY-2.0).
Industrielle Abwärme, Fluss- und Abwasserwärme, Solarthermie- und Freiflächenpotenziale. Meldepflichtige Abwärme (> 2,5 GWh/a) liegt als öffentliche BfEE-Tabelle vor — als Datenquelle wertvoll, als abgeleitetes Screening-Produkt aber lizenzrechtlich gesperrt (CC BY-NC, „nur unverfälscht“). Auswertung deshalb nur auf der Tabelle des Auftraggebers.
Amtliche Hausumringe, Gebäudevolumen und Dachformen als Grundlage für die Abschätzung beheizter Flächen. In Niedersachsen frei verfügbar (CC BY 4.0, LGLN) — ideal, um die Methodik dort zu beweisen und bundesweit zu übertragen.
Copernicus / Sentinel liefern flächenhafte Umwelt- und Wärmeinformationen — frei und kommerziell nutzbar. Ergänzt um kommerzielle Thermografie für gebäudescharfe Signaturen, wo nötig.
Gebäude, Nutzungen und Infrastruktur als offene Geodaten (ODbL) — nützlich, um Straßen, Netze und Bebauung räumlich zu verschneiden und Analysen zu plausibilisieren.
Der eigentliche Hebel ist die Nutzbarmachung. GEOPHORA führt über Konnektoren sehr unterschiedliche Datensätze zusammen — amtliche, kommerzielle und offene —, macht ihre Herkunft transparent und übersetzt sie in eine erste, verständliche Einordnung. Die WPG-konforme Aggregation (Datenschutz: mindestens fünf Hausnummern, Drei-Jahres-Mittel) ist dabei von Anfang an mitgedacht und nimmt der Kommune einen Teil der Datenschutz-Last ab. Entscheidend ist zunächst nur eines: dass Daten überhaupt verfügbar und verknüpfbar sind. Qualität und Detailtiefe lassen sich danach jederzeit anreichern. Neue amtliche Daten erhebt GEOPHORA dabei nicht und ersetzt auch keine förmliche kommunale Wärmeplanung — es bereitet sie vor und macht sie schneller.
NIWaP — Niedersächsischer Wärmeplaner
Ein Forschungsprojekt (Jade Hochschule, HS Bremen, OLEC, LGLN, bis 2027) untersucht, wie Daten, Methoden und Werkzeuge der KWP bundeslandweit standardisiert bereitgestellt werden können — damit Kommunen schneller in die Entscheidung kommen.
Kleine Kommunen haben selten eigene Geodaten-Kompetenz. Gemeinsame Wärmeplanung senkt Kosten pro Einwohner:in, bündelt Fachpersonal und erschließt größere Potenziale (z. B. Tiefengeothermie, Abwärme) über Gemeindegrenzen hinweg.
Darüber hinaus entstehen tragfähige Kollaborationen — Public-Private-Partnerships, Energiegenossenschaften und KMU —, die Planung, Betrieb und Finanzierung gemeinsam schultern.
GEOPHORAs Rolle
GEOPHORA übersetzt Fachthemen in verständliche Sprache — und damit in Entscheidungen. Als Service-Layer in der Mitte sitzt GEOPHORA zwischen öffentlicher Datengrundlage und privatem Angebot. Planerische und technische Details werden dort in einfache Sprache übersetzt; Beteiligung ist von Anfang an möglich (§ 7 WPG).
Die Qualität kommt aus dem öffentlichen Service-Layer. GEOPHORA nimmt die harmonisierten Grundlagen auf, wo sie bereits bestehen, und stützt sich auf offene, kommerziell nutzbare Datenquellen sowie die öffentlich zugänglichen kommunalen Wärmepläne. Daraus entsteht eine adressgenaue, nachvollziehbare Einordnung — in natürlicher Sprache auch für Bürgerinnen und Bürger zugänglich. Die Entscheidungshoheit bleibt bei den Kommunen; jede Aussage bleibt an ihre Quelle und ihren Stand gebunden. So wird Kommunikation Teil der Planung — nicht bloß Beiwerk.
Aus einer Grundlage werden viele Anwendungen. Dieselbe transparente Architektur trägt sehr unterschiedliche Fragen — vom Bürger-Check „Bin ich im Netzgebiet?“ über das Portfolio-Screening bis zur Restpotenzial-Rechnung je Dachfläche. Die Zielgruppen stecken bereits im System: Kommunen und Stadtwerke, die ihren Plan verständlich vermitteln müssen; Investoren, Wohnungswirtschaft und Genossenschaften, die ihr Portfolio einordnen; Gewerbe und Industrie, die Regionen früh erkennen, die eine eigene Antwort brauchen. Für jede Zielgruppe entsteht ein eigenständiges, tragfähiges Produkt — Prozess und Akteure von Anfang an mitgedacht.
Kommerzialisierung ist ein Faktor — nicht der Zweck. Die wirtschaftliche Tragfähigkeit sorgt dafür, dass der Service sich selbst trägt und weitere Gebiete aufnehmen kann; sie ist die Bedingung, nicht die treibende Logik. Im Fokus steht ein transparenter Service, der Standortfragen nachvollziehbar und in verständlicher Sprache beantwortet. Nicht das Verkaufen einer Antwort steht im Zentrum, sondern die belastbare, quellengebundene Einordnung, die Entscheidungen erst möglich macht.
Der Vorteil liegt in einer gemeinsamen, transparenten Architektur: Sie beantwortet Standortfragen schnell und gezielt, verknüpft öffentliche Datengrundlage und private Angebote zu einem Netzwerk statt zu Insellösungen — und wird mit jeder weiteren Anfrage besser. In Niedersachsen mit seiner besonders guten Datenlage bewiesen, ist die Methodik bundesweit übertragbar.
„Die Wärmewende braucht Entscheidungen, die räumlich begründet und kommunizierbar sind.“ — sinngemäß aus dem NIWaP-Projekt, Jade Hochschule. Genau diese Kommunizierbarkeit — nach innen für die Verwaltung, nach außen für die Bürgerschaft — ist der eigentliche Kern von GEOPHORA Wärmeplanung.
Alle genannten Angebote und Marken gehören ihren jeweiligen Trägern. GEOPHORA steht in keiner offiziellen Verbindung zu diesen Stellen; die Verweise dienen der Einordnung und Weiterführung. Diese Seite ist ein Demonstrator und ersetzt keine förmliche kommunale Wärmeplanung oder Fachberatung.
Mitgestalten
Fühlen Sie sich angesprochen? Es gibt nur richtige Fragen.
Ob Pilot-Quartier, Datengrundlagen-Screening oder ein Bürger-Dialogformat — für Land, Energieagentur, Stadtwerk oder Fachdienstleister: Was steht bei Ihnen an?